Nützliche Techniken, um dein ganzes Team zu zerstören

Heute werden wir uns mit nützliche Techniken beschäftigen, die dir helfen können, dein gesamtes Team schnell und effizient zu zerstören. Wir werden einige effektive Maßnahmen untersuchen, die sicherstellen, dass aus deinem gesunden Team in kürzester Zeit ein Haufen desillusionierter und verängstigter Personen wird. Bereit? Na dann los. 

Die drei Grundpfeiler gesunder Teams

Doch bevor wir uns mit diesen Techniken im Detail befassen, müssen wir uns daran erinnern, dass es drei Säulen gibt, auf denen gesunde Teams aufbauen. Diese Säulen sind sind Vertrauen, Motivation und psychologische Sicherheit. Sie sind die Eckpunkte, die ein Lead gezielt versuchen wird zu stärken, denn sie sind die Grundlage für stabile, autonome und motivierte Teams. 

Vertrauen und psychologische Sicherheit gehen dabei Hand in Hand. Wer ein vertrauensvolles Verhältnis zu seinen Mitarbeiter und unter einander aufbaut, schafft eine Umgebung, in der sich Menschen sicher fühlen. So eine Umgebung ist die Basis dafür, dass eine positive Fehlerkultur entstehen kann, welche die Grundlage für effektive Weiterentwicklung ist. 

Ist das Team zusätzlich durch eine inspirierende Aufgabe und Vision motiviert, hat man die Basis für gesunde und performante Teams geschaffen, die sich eigenständig weiterentwickeln können.  

Um dein Team zu zerstören, müssen wir diese drei Grundpfeiler zum einstürzen bringen. Und welche Techniken dafür am geeignetsten sind, werden wir uns im Folgenden ansehen. 

Halte sie auf emotionaler Distanz

Beginnen wir mit Tipp Nummer 1: Halte deine Angestellten auf emotionaler Distanz

Emotionale Nähe birgt das Risiko, dass Mitarbeiter Vertrauen zu dir aufbauen, und das wollen wir nun ganz und gar nicht. Denn, wie oben gesagt, schafft Vertrauen Sicherheit und sorgt dafür, dass das Team offen mit Problemen umgehen kann und dadurch gestärkt aus Konflikten herausgehen kann. Also, dass sie nicht zu nah an dich ran. 

Erinnere dich, dass Freundlichkeit dich menschlich macht. Es ist nicht nur wichtig, dass du den einzelnen Mitarbeiter nicht an dich heran lässt, sondern, dass du dich auch von deinem gesamten Team distanzierst. 

Mache nicht den Fehler Kontakt zu deinen Mitarbeiter zu suchen, indem du beispielsweise mit ihnen Mittagessen gehst. Vermeide es dich bei spontanen Gelegenheit wie Coffee Talks über Themen abseits der Arbeit zu unterhalten. Geburtstage deiner MItarbeiter solltest du erst gar nicht wissen. Ist das doch einmal passiert, dann vergiss das Datum so schnell wie möglich. Auf gar keinen Fall darfst du ihn aber gratulieren. 

Falls spontan eine interessante Diskussion über architekturelle Themen in der Team Area entsteht, stell dich bloß nicht dazu und beteilige dich (auf Augenhöhe) an dem Gespräch. Außer natürlich, du möchtest einschreiten, um das Ergebnis zu diktieren oder deine Mitarbeiter darauf hinweisen, dass sie gefälligst leiser zu reden haben.

Alles dies könnte das Gefühl entstehen lassen, dass der Lead keine Sonderstellung im Team hat, sondern nur ein (fast) ganz normaler Mitarbeiter mit halt anderen Aufgabenbereichen ist. Das wiederum würde die Psychologische Sicherheit fördern. 

All das musst du tunlichst vermeiden. Setze dein Pokerface auf, sobald du in die Nähe deiner Mitarbeiter kommt. Lächle nicht und zeige keine Emotionen, das könnte dich sympathisch machen und dein Team dazu verleiten dich beim nächsten spontanen Feierabendbier einzuladen. 

Und hat da gerade jemand einen Witz gemacht? Bloß nicht lachen! Sie könnten dich als Teil ihrer Gruppe ansehen. Hebe einfach eine Augenbrauen und wirf Witzbold einen frostigen Blick zu – oder ignoriere sie komplett. Trenne dich von der Gruppe! 

Sei nicht erreichbar

Um noch mehr Distanz zwischen dir und dem Team herzustellen, ist es hilfreich so wenig wie möglich erreichbar zu sein. Zum Arbeiten bietet sich daher die herrlich nach Cappuccino duftende Cafeteria besser an, als die Team Area. 

Im besten Fall wirst du komplett unsichtbar für dein Team. Die “Online”-Anzeige im Team-Chat deaktiviert du am besten. Und wenn einer deiner Mitarbeiter zu dir kommt und fragt,:”Hey, hast du ein paar Minuten?„, dann antwortest du am besten,:”Natürlich … ich hätte da noch etwas frei … nächste Woche Freitag„. Und diesen Termin verschiebst du dann selbstverständlicherweise – mehrfach. 

Das Problem mit der Erreichbarkeit ist nämlich, dass sie Vertrauen schafft. Denken dein Mitarbeiter, dass die sofort mit ihren großen und kleinen Problem zu dir kommen können und du sie dann mit Rat und Coaching unterstützt, dann fühlen sie sich sicher, weil sie spüren, dass sie nicht allein gelassen werden und es eine helfende Hand gibt, die sie bei Herausforderungen unterstützt. Dadurch können sie mutiger werden eigene Wege auszuprobieren und können sich auch ganz auf ihre Arbeit konzentrieren, wenn sie wissen, dass ihnen jemand für die Site-Topics den Rücken stärkt. 

Also, lass’ das bleiben!

Your way or the highway

“Was wäre, wenn wir uns statt Lösung A auch noch einmal Lösung B ansehen? Vielleicht hilft uns sicher zu sein, dass wir alles betrachtet haben? Emma, du warst heute so still. Was denkst du darüber?”.

Na, wie klingt das für euch? Wohl nach jemandem, der die Meinung aller mit einbeziehen möchte, weil er weiß, dass ein Team nur motiviert arbeiten kann, wenn es die Entscheidung für ein Thema unterstützt. 

Das klappt natürlich am Besten, wenn alle aus der Gruppe zum Lösungsvorschlag beigetragen haben und sich einbringen konnten. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass die MItarbeiter sich wertgeschätzt fühlen und sicherer im Umgang mit den anderen Kollegen werden – die Atmosphäre des Vertrauens wird gestärkt

Und das wollen wir ja nicht. Es heißt also folgerichtig,:”Wir machen Lösung B. Keine Diskussion!”

Wenn es um Entscheidungen im Team geht, sollte klar sein, dass nur eine Person gibt, die die Regel bestimmt: Und das bist du! 

Du bist der Chef und das hat auch einen guten Grund. Deswegen sagst du, wo es langgeht. Wenn deinen Mitarbeitern das nicht gefällt: Dir doch egal … und auf Wiedersehen.

Solutions over problem statements

Und wo wir gerade bei Aufgaben sind: Ein weiteres nettes Mittel, um deine Mitarbeiter zu demotivieren ist, dass du ihnen immer konkrete Lösungsvorschläge als Arbeitsanweisungen gibst, anstatt mit ihnen über das eigentliche Problem zu reden, welche gelöst werden soll.

Genau diese beteiligung an der Lösungsfindung könnte dazu führen, dass der Mitarbeiter sich wertgeschätzt fühlt. Und stell dir nur vor, deine Team käme plötzlich auf eine viel einfachere Lösung, als die, die du skizzierst hast. Das würde ja deine Autorität untergraben. 

Also musst du sicherstellen, dass genau das nicht passiert. Du könntest beispielsweise vorgeben, das neue Test-Framework – über das jeder gerade redet –  in der Abteilung einzuführen. Ob ihr überhaupt Probleme in der Abteilung habt, die mit dieser Software adressiert werden können, oder, ob es bessere Lösungsansätze gibt,  ignorierst du einfach. 

Auf gar keine Fall, darst du sie an der Entscheidungsfindung teilhaben lassen, in dem die ihnen erklärst, welches Problem du eigentlich zu lösen beabsichtigst. Dann könnten sie sich plötzlich involviert und wertgeschätzt fühlen, wenn ihnen erlaubt wird die eigene Meinung und Kreativität einzubringen. Das wäre fatal, denn Wertschätzung erzeugt Sicherheit. 

Anfangs mag es dir vielleicht seltsam und unnatürlich vorkommen, deinen Mitarbeiter nicht teilhaben zu lassen. Aber kämpfe unbedingt gegen den Impuls sie nach ihrer Meinung zu fragen, denn durch die direkten Arbeitsaufgaben gibst du ihnen das Gefühl nur dein Werkzeug zu sein, dass deine Ideen umzusetzen hat. 

Das verhindert effektiv, dass deine MItarbeiter sich einbezogen fühlen und schafft langfristig Frustration. 

Ändere deine Meinung so oft wie möglich. 

Und sobald du das Team soweit hast, dass es verstanden hat, dass du der Boss bist, zündest du Stufe zwei: Ändere deine Meinung so oft wie möglich! 

Das schafft Verwirrung und Unsicherheit im Team. Es zerstört zusätzlich auch die Motivation. Denn die Leidenschaft, mit der deine Mitarbeiter sich auf ein Thema stürzen, wird schnell zu Frust, wenn sie am nächsten Tag eine 180-Grad-Drehung vollziehen müssen. 

Sicher, wenn das Team gut eingespielt ist und Vertrauen zum Vorgesetzten hat, dann kann eine solche Planänderung auch plausibel erklärt und das Team inspiriert werden, auch die neue Änderung anzugehen. Aber spätestens nach dem dritten Mal werden die ersten Zweifel hochkommen. Ab diesem Zeitpunkt ist es ganz wichtig nicht locker zu lassen. Ändere deine Meinung fröhlich weiter. Gib ihnen keine klare Richtung!

Schikaniere sie!

Allerdings ist diese Methode eher langfristig gedacht. Um kurzfristig schnelle Ergebnisse zu erzielen, musst du einen Gang höher schalten. 

Teams brechen besonders einfach auseinander, wenn ein Umfeld der Unsicherheit geschaffen wird. Gemeine Witze, abfällige Kommentare, gezielte Erniedrigungen sind hier das Mittel der Wahl. Natürlich musst du dich im Rahmen des legalen bewegen und darfst es nicht zu offensichtlich übertreiben. Ansonsten ist deiner Fantasie allerdings keine Grenze gesetzt. Ziel ist es hier, dass du die Macht deiner Position nutzt, damit sich die Mitarbeiter unwohl fühlen. 

Aber denke dran: Immer schön einen nach dem anderen. Spiele sie gegeneinander aus. Niemals solltest du die ganze Gruppe auf einmal mobben, sonst könnte sie sich gegen dich wenden. 

Schrei sie an!

Kommen wir jetzt zu einer Technik, die man in der Praxis nicht mehr allzu häufig antrifft, welche aber super effizient ist, um die psychologische Sicherheit im Team zu zerstören: Schrei sie einfach an!.

Stellen wir uns vor, einer deiner Mitarbeiter hat einen kleinen Fehler begangen. Nichts wirklich großes, aber auch so, dass es bemerkbar war. Genau hier setzt du an. 

Anstatt klar zu machen, dass Fehler passieren können und eine Kultur zu schaffen, bei denen Missgeschicke als positiv erachtet werden, schnappst du dir deinen Mitarbeiter, geleitest ihn zum nächsten Besprechungsraum, schließt die Tür … und brüllst ihn an. Lass alles raus, du bist schließlich auch nur ein Mensch. 

Stell sicher, dass der Mitarbeiter schuldbewußt und hochgradig verunsichert das Gespräch verlässt.

Sorge dafür, dass sie Angst vor dir haben

Denn dein Ziel ist es, dass deine Mitarbeiter Angst vor dir bekommen. Wenn das nächste Mal etwas schief geht, müssen sie sich immer noch an dein wutentbranntes Gesicht erinnern und besser versuchen, den nächsten Fehler vor die zu verbergen. Wo die Verfechter des Leaderships von positiver Fehlerkultur reden, drehst du den Spieß einfach um. 

Negative Fehlerkultur, ist dein Schlachtruf. Und statt “Sometimes you win, sometimes you learn” steht “You better don’t disappoint me” auf deinen Fahnen und in deinem Gesicht.

Das wirklich tolle an diesem Tipp ist, dass er effizient mit dem nächsten kombiniert werden kann. 

NIemals entschuldigen!

Und dieser Tipp lautet: Entschuldige dich niemals!. Was auch immer passiert ist, es war nicht deine Schuld. 

Entschuldigung, das habe ich nicht so gemeint„, „Es war wirklich falsch, was ich getan habe und ich möchte mich entschuldigen„, “Mein Fehler. Kommt nicht wieder vor” – Streiche all das aus deinem Wortschatz! 

Zeige keine Schwäche! Denn dies würde dich in den Augen deiner Mitarbeiter menschlich und authentisch machen. Und das wiederum führt zu einem vertrauensvollen Verhältnis zu ihnen. Und das ist ja genau das, was wir nicht wollen. 

Unterstütze sie nicht

Und zu den vielen Dingen, für die du nicht nicht entschuldigst, gehört natürlich auch, dass du keinerlei Verantwortung für ihre Entwicklung oder Unterstützung übernimmst. Du bist ja schließlich ihr Chef und nicht ihr Elternteil. 

Wenn sie Unterstützung brauchen, können sie sich ja an ihre Kollegen wenden. Und du bist auch nicht verantwortlich dafür, sie bei ihre Karriereentwicklung zu unterstützen. Wenn sie sich entwickeln wollen, dann sollten sie sich doch ein Buch kaufen oder einen Podcast hören. Alles nicht deine Baustelle.   

 Es sollte allen klar sein, dass du nicht der Ansprechpartner im Team bist. 

Versprich alles, um sie glücklich zu machen. 

Aber das bedeutet nicht, dass du nicht alles versprechen solltest, was die hören wollen –  

Beförderung, Gehaltserhöhung, Firmenwagen, Home-Office auf den Bahamas. Versprich ihnen alles und dann … halte es nicht. 

Sei dir bewusst, dass gebrochene Versprechen eine der effektivsten Möglichkeiten ist, das Vertrauen von Menschen zu verlieren. Und genau darum geht es dir ja. 

Überlade sie

Und ganz zum Schluss, wenn deine Mitarbeiter dich fürchten, jeden Fehler aus Angst vor deinen Wutausbrüchen unter den Tisch kehren und Überstunden schieben, damit das Projekt ja rechtzeitig fertig wird (weil ja dann die versprochene Belohnung kommt), dann  musst du nichts weiter mehr tun, als ihnen einfach noch mehr Arbeit aufbrummen. 

Lass sie ausbrennen, Will du ein gesundes Team zerstören, dann fokussiere dich unter anderem auf die psychische Gesundheit deiner Mitarbeiter. Zerstörst du sie, zerstörst du auch ziemlich einfach den Rest. 

Also sorge für einen permanente Überlastung im Team.  

Zum Schluss

So, dass sollten jetzt genug Tipps und Ideen sein, um dein Team schnell und effizient zu zerstören. Du kannst natürlich die Reihenfolge verändern und auch mit der Intensität spielen. Vielleicht fällt die ja sogar noch ein anderer fieser Trick ein. Probiere es einfach aus, ganz wie es dir gefällt
In diesem Sinne: Gutes Gelingen beim Zerstören deiner Teams. Viel Erfolg!

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